Abmahnung von Waldorf Frommer - © B.Tyce Kommunikationsdesign

Abmahnung von Waldorf Frommer

Es befinden sich 17 Geräte in meinem Haushalt, mit denen ich theoretisch und teilweise auch praktisch ins Internet kann. Desktop, Laptop, Tablet und Smartphone, um nur die üblichen Verdächtigen zu nennen. Allein schon durch meine Arbeit verbringe ich große Teile meines Lebens im Internet, aber auch darüber hinaus. Als Teil der ersten Generation kann ich schneller Elektroartikel bei Amazon recherchieren und kaufen als die meisten Menschen mit Zähneputzen verbringen. Elektronische Behördengänge gehören zu meinem Alltag wie Netflix zu meinem Fernseher. Was ich damit sagen will: Im Internet fühle ich mich sicher; hier kenne ich mich aus.

Als ich heute morgen einen großen weißen Umschlag aus München geöffnet habe, ist dieses Gefühl zum ersten Mal eingerissen: Warner Bros. Entertainment GmbH vertreten durch Waldorf Frommer gegen Bartosz Tyce, da musste ich erst einmal schlucken, Illegales Tauschbörsenangebot über Ihren Internetanschluss.

warner-bros-entertainment-gmbh-waldorf-frommer-abmahnungIn diesem Moment ging mein Kopf schon selbstständig auf die Überholspur. Als relativ frischer Besitzer eines Unitymedia-Anschlusses wird mir zu Lasten gelegt, den Film „San Andreas“ am 03. Juni (meinem Geburtstag) in der Zeit von 21:22:15 bis 21:29:43 (für also 7 Minuten und 28 Sekunden) zum Herunterladen angeboten zu haben. Anbei viele, viele Seiten mit Rechtsbelehrungen, tabellarischen Kalkulationen fiktiver Lizenzgebühren und als Kirsche auf der Sahne, ein Ermittlungsdatensatz (das vermutliche Beweisstück), eine Unterlassungserklärung, und ein vorgedruckter Überweisungsträger über €815. Ja dann ist der Tag erst einmal schon gelaufen.

Glücklicherweise kann ich eigenes Verschulden grundsätzlich erst einmal ausschließen. Zum einen war auf keinen meiner Endgeräte zu keiner Zeit ein Torrent-Client installiert zum anderen hatte ich an dem Tag Geburtstag und bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich überhaupt zu Hause war. Da ich aber als Besitzer des Anschlusses haftbar gemacht werden kann, ist das leider nicht relevant.

Was tun?

Nach einer kurzen Recherche im Internet bin ich auf hunderte Fälle von Abmahnungen dieser Kanzlei aus München gestoßen, aber bevor ich mich laienhaft in die Untiefen des Urheberrechtes stürze, habe ich mir rechtlichen Beistand in Form von Gulden Röttger Rechtsantwälte aus Mainz organisiert. Nach einem kurzen aber informativen Gespräch habe ich innerhalb von einer Stunde mehrere E-Mails mit weiteren Informationen erhalten. Sehr flott. Nach kurzer Überlegung habe ich mich für die Spezialisten aus Mainz entschieden, kurze Zeit danach hatte ich einen Schlachtplan im Posteingang.

Parallel recherchiere ich jedoch weiter, ich kann es mir nämlich nicht erklären und das macht mich ehrlich gesagt verrückt. Ist es eine Verwechslung? Hat jemand meinen Anschluss benutzt? Bei einer 120000 Leitung muss man es ja noch nicht einmal merken. Habe ich mir einen Virus eingefangen?

Da offensichtlich vielen Menschen Ähnliches widerfahren ist, werde ich meine Erfahrungen hier aufschreiben.

1 Kommentar

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05.08.2015 um 20:12

Mir ist das gleich passiert … hat sich bei dir inzwischen was ergeben?

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